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Fasten

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Anwendung

Um einen überforderten oder sogar geschädigten Stoffwechsel bzw. Verdauungstrakt zu entlasten, bietet sich das Fasten an. Fasten ist im Gegensatz zum Hungern ein freiwilliger Verzicht auf feste Nahrung. Die Flüssigkeitszufuhr wird während des Fastens erhöht (bis 75 kg Körpergewicht 3 Liter, bis 90 kg 3 bis 6 Liter, bei höherem Körpergewicht entsprechend höher - Gegenanzeigen einer erhöhten Flüssigkeitszufuhr siehe unten). Während das Heilfasten (Fasten für Kranke bzw. als Heilmittel) stationär oder ambulant unter ärztlicher Anleitung und intensiver Kontrolle erfolgt, kann das Fasten für Gesunde nach ärztlicher Rücksprache auch in Eigenregie durchgeführt werden - am besten 1 bis 2 x jährlich vorbeugend im KNEIPP-Verein unter fachkundiger Anleitung und in Gesellschaft Gleichgesinnter.

Neben den körperlichen Vorteilen und Zielen bietet das Fasten eine Reihe von geistig-seelischen Vorteilen, die den Anstoß für eine längerfristige Verhaltensänderung geben und damit den Einstieg in eine gesündere, bessere Lebensweise im Alltag erleichtern. Auch eine Abkehr von gesundheitsschädigenden Lebens- und Ernährungsgewohnheiten fällt leichter und bietet so eine Chance zum Neubeginn. “Wie neugeboren durch Fasten“ - so die Empfindung der meisten Menschen, die diesen „Königsweg der Naturheilkunde“ einmal beschritten haben und ihn fortan immer wieder zur Orientierung in Richtung Gesundheit suchen. Auch Genussmittel erlangen einen anderen - und das heißt geringeren - Stellenwert: Durch Verzicht auf das Notwendige (feste Nahrung) erlangt man eine andere Einstellung zum Überflüssigen (Genussmittel, Nikotin, Alkohol)! Die meisten Menschen verlangen nach einer vorbeugenden Fasten- oder Heilfastenkur wieder instinktiv nach Gesundmachendem. Schnelle Gewichtsabnahme sowie schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkungen lassen gerade bei chronischen Erkrankungen häufig eine erstaunlich schnelle Besserung beobachten. Auch Hungergefühle sind beim richtig durchgeführten Fasten meist nicht vorhanden.

Wirkungen:

  • beruhigend, entspannend
  • stoffwechselentlastend, entschlackend, „entgiftend“
  • entzündungshemmend
  • gewichtsreduzierend, gelenkentlastend
  • stoffwechselentsäuernd (nach anfänglichem Harnsäureanstieg)
  • gewebeentsalzend, -entquellend
  • Glukosefreisetzung aus Glykogen
  • Abbau nicht benötigten Eiweißes (proteolytisch)
  • Bei länger andauerndem Fasten Bildung von Ketonkörpern/Ketoazidose

„Zur Gesunderhaltung des Körpers gehört auch die richtige Diät, die natürliche Lebensweise.“ (S. Kneipp)

© Dr. Bachmann

Geeignet bei

  • zur Erhaltung der Gesundheit (Prävention)
  • allen ernährungsabhängigen bzw. durch eine Ernährungsumstellung beeinflussbaren Krankheiten:

1. Stoffwechselkrankheiten
    - Übergewicht (eine Gewichtsreduktion ist ein Begleiteffekt der Stoffwechselentlastung
      und Entschlackung, Entsäuerung), Adipositas
    - erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut (Hyperurikämie); Gicht
    - Diabetes mellitus Typ II
    - chronische Stoffwechselvergiftungen durch Arznei- und Genussmittelmissbrauch  
      (Abführmittel [Laxanzien], Psychopharmaka, Alkohol, Nikotin, Kaffee etc.)
    - Osteoporose 

2. Erkrankungen der Verdauungsorgane
    - Verdauungsschwäche (Verdauungsinsuffizienz) mit Störungen an Magen
      (Magenbeschwerden), Darm (Darmerkrankungen), Leber (Lebererkrankungen),
      Gallenblase, Bauchspeicheldrüse; chronische Gallenwegserkrankungen
      (Gallenerkrankungen)
    - Reizmagen, Reizdarm, Sodbrennen, Refluxkrankheit
    - chronischer Verstopfung (Obstipation) Peristaltikschwäche, sog. Motilitätsstörungen
    - Blähungen (Meteorismus)
    - Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: CED (z. B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
    - Neigung zu Durchfall (Diarrhoe)
    - Divertikulose, Divertikulitis
    - Neigung zu Magenschleimhautentzündungen (Gastritis), Zwölffingerdarmgeschwür
      (Duodenitis), Geschwüre (Ulkusleiden) (zwischen den Krankheitsschüben)
    - chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) (zwischen den
      Krankheitsschüben)
    - Leberbelastung durch falsche Ernährung, Alkohol, Medikamente und Zellgifte
      (Leberparenchymschäden, toxisch-nutritiv), einschließlich Fettleber, Hepatosen
      (Lebererkrankungen)

3. Rheumatische Erkrankungen (Rheuma)
    - Arthrosen der großen und kleinen Gelenke
    - Wirbelsäulenleiden (Halswirbelsäulensyndrom, Lendenwirbelsäulensyndrom, 
      Wirbelsäulenverschleiß)
    - Weichteilrheumatismus
    - entzündliche rheumatische Krankheiten (rheumatoide Arthritis)

4. Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems
    - niedriger Blutdruck (Hypotonie) mit Beschwerden
    - Bluthochdruck, beginnende Arteriosklerose
    - koronare Herzkrankheit (Stadium I-III)
    - Krampfaderleiden (Varikosis)
    - Schwindel (Vertigo)
    - Angioneuropathien
    - Lymphödeme, -stauungen

5. Hautkrankheiten
    - Ekzeme (trocken und nässend)
    - Juckreiz (Pruritus)
    - allergische Krankheiten der Haut und der Schleimhäute
    - Psoriasis (Schuppenflechte)

6. Augenkrankheiten    - Grüner Star (Glaucoma simplex)
    - chronische Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

7. Krankheiten des Nervensystems
    - Vegetative Dystonie und Erschöpfung
    - Reaktive Depression
    - Schlafstörungen
    - Migräne und chronische Kopfschmerzen 

8. Krankheiten der Atmungsorgane
    - chronische Bronchitis; chronischer Schnupfen (Rhinitis)
    - Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
    - Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
    - Asthma bronchiale 

9. Ohrenkrankheiten
    - chronische Mittelohrentzündung (Otitis media)
    - Tinnitus 
    - Ménière-Krankheit (im post akuten Stadium)

10. Krankheiten des Urogenitalsystems
    - chronische Pyelonephritis; Harnröhrenentzündung (Urethritis), Blasenentzündung
      (Zystitis)
    - Nierensteinleiden (Nephrolithiasis)
    - Unerfüllter Kinderwunsch

11. Frauenkrankheiten
    - Menstruationsbeschwerden (Zyklusanomalien); hormonelle Störungen, besonders im
      Bereich der Eierstöcke (Ovarien); klimakterische Beschwerden (Prä-, Peri-,
      Postmenopausensyndrom)
    - Fluor
    - Eine Ernährungsumstellung ist auch bei unerfülltem Kinderwunsch empfehlenswert (beide
      Partner sollen miteinbezogen werden)
    - Chronische Eierstockentzündung (Adnexitis)

12. Krankheiten des zahnheilkundlichen Bereichs
    - Karies
    - Parodontose/-itis
    - im Zusammenhang mit einer Zahnsanierung

Wichtig: bei einer Sanierung mit Implantaten sollte keine Osteoporose bestehen; auch hier wird eine langfristige Vorbereitung durch eine individuelle Ernährungsumstellung empfohlen.

Bitte halten Sie Rücksprache mit dem in diesem Gebiet erfahrenen Arzt.

© Dr. Bachmann

Vorsicht bei / Nicht geeignet bei

Absolute Kontraindikationen:

  • mangelnde Kooperation und Motivation
  • Auszehrung (Kachexie) und fehlenden Gewichtsreserven (hier kann evtl. ein Kurzfasten als „Stoß ins vegetative System“ angewendet werden)
  • Rheumamittel- bzw. Kortisondauermedikation
  • chronische Infektionskrankheiten (vor allem Tuberkulose)
  • bösartige (maligne) Erkrankungen und schwächende Krankheitsprozesse
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Schilddrüsenüber- und unterfunktion (Hyper-, Hypothyreose)
  • Niereninsuffizienz
  • Elektrolytstörungen und Flüssigkeitsmangel (Hypovolämie)
  • psychiatrische Krankheiten, endogene, fixierte Depressionen, Schizophrenie, Debilität
  • fixierte Angst vor dem Fasten (Hungern würde hier Stress bedeuten!)

Relative Kontraindikationen:

  • vor der Pubertät
  • fortgeschrittenes Alter

Voruntersuchungen:

  • Stoffwechseluntersuchung (Harnsäure)
  • Herz- Kreislaufuntersuchung
  • Untersuchung der Halsschlagader
  • Prüfung der Nierenfunktion
  • Blutzuckerspiegel (bei Diabetes mellitus und Medikamenteneinnahme besteht Gefahr der Unterzuckerung [Hypoglykämie] - hier ist unbedingt eine Anpassung der Medikamente unter stationärer Überwachung erforderlich)

© Dr. Bachmann

Beschreibung

Zur optimalen Vorbereitung evtl. einen Entlastungstag (Reis-, Obst-, Kartoffel-, Molke-, Hafer- oder Dinkeltag) einschieben

Nach dem Aufstehen:

1. Einlauf

2. Darmreinigung mit salinischer Salzlösung (dazu 1 TL salinische Salzlösung – z. B. Bittersalz – am Vorabend in 0,25 l warmem oder kaltem Wasser auflösen und trinken. (Bitte auf den Zeitabstand zur Einnahme von empfängnisverhütenden Mitteln [Ovulationshemmer] achten: Mittel und Medikamente sind grundsätzlich nach der Salzlösung einzunehmen.)

3. Ein geeignetes Mineralstoffgemisch zur Vorbeugung eines Elektrolytmangels einnehmen (Kalium- und Magnesiumsubstitution, Basenpulverrezeptur: www.saeure-basen-therapie.de)

4. Anschließend Wechselduschen oder Trockenbürsten bzw. KNEIPP-Anwendungen (Kneipp-Therapie)

5. Zur Unterstützung der Ausleitung KNEIPP-Anwendungen über den Tag verteilen - z. B. warme Leibauflagen vor der Mahlzeit, ein kreislaufanregendes Wechselarmbad am Nachmittag, vor dem Schlafengehen (ca. 21.30 Uhr) ein warmes Fußbad.

6. Zur Unterstützung der Darmreinigung und zur Mobilisierung ausscheidungspflichtiger Substanzen sowie zur Entstauung Kolonmassagen oder Bauchbehandlung.

7. Anfangs auf körperliche Schonung achten, danach eine der Konstitution und Neigung entsprechende Bewegungstherapie (z. B. sanftes Ausdauertraining wie Fahrradfahren, Nordic-Walking, Spaziergänge)

Empfehlenswert ist Fasten z. B. zweimal im Jahr eine Woche vorbeugend im KNEIPP-Verein oder ein Fastentag pro Woche.

© Dr. Bachmann

Bitte beachten

Mögliche Komplikationen sind:

  • Blutdruckabfall
  • Kopfschmerzen, migräneartige Zustände
  • Harnsäureanstieg
  • Herzjagen
  • Sehschwäche, meist um den 7. Tag - vorübergehend
  • Zittern

Wichtig: Bei längerem Fasten, besonders bei Heilfastenkuren muss unbedingt unter ständiger ärztlicher Überwachung eine Anpassung von Medikamenten an den verringerten Bedarf erfolgen.

© Dr. Bachmann

Sonstiges

  • Die Wirkung des Fastens kann mit kreislaufanregenden Maßnahmen wie den Wasseranwendungen nach KNEIPP und Entspannungsübungen (Lebensordnung) gesteigert werden.
  • Laborwerte sowie die Mayr-Diagnostik (Mayr-Kur) ermöglichen eine Objektivierung des Therapieerfolges.

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