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HeilfastenFasten für Kranke

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Anwendung

Um einen überforderten oder sogar geschädigten Verdauungstrakt oder Stoffwechsel zu entlasten und nachfolgend zu optimieren, bietet sich das heilende Fasten an. Heilfasten ist im Gegensatz zum Hungern ein freiwilliger (!) Verzicht auf feste Nahrung. Während des Heilfastens wird die Flüssigkeitszufuhr stark erhöht (bis 75 kg Körpergewicht ca. 3 Liter, bis 100 kg 3-6 Liter, bei höherem Körpergewicht entsprechend höher - Gegenanzeigen einer erhöhten Flüssigkeitszufuhr siehe "Nicht geeignet bei"). Der Begriff „Heilfasten“ (Fasten für Kranke) umschreibt das ambulante oder besser stationäre Fasten unter ärztlicher Anleitung und intensiver Verlaufskontrolle, während das Fasten für Gesunde - nach entsprechender ärztlicher Rücksprache - auch in Eigenregie - idealerweise vorbeugend - durchgeführt werden kann. (Gut ausgebildete Fastenleiter/innen finden Sie über Ihren KNEIPP-Verein. Falls Sie sich für eine Ausbildung zum Fastenleiter interessieren, nehmen Sie Kontakt auf zur Sebastian-KNEIPP-Akademie [SKA].)

Wirkung:

Neben dem körperlichen Nutzen und den therapeutischen Zielen bietet das Fasten eine Reihe von geistig-seelischen Vorteilen, die eine längerfristige Verhaltensänderung anstoßen und den Einstieg in eine gesündere, bessere Lebensweise im Alltag ermöglichen. Auch eine Abkehr von gesundheitsschädigenden Lebens- und Ernährungsgewohnheiten bietet eine Chance zum Neubeginn. „Wie neu geboren durch Fasten“ - so die Empfindung der meisten Menschen, die diesen „Königsweg der Naturheilkunde“ einmal beschritten haben und immer wieder zur Orientierung in Richtung Gesundheit suchen. Auch Genussmittel erlangen einen anderen - geringeren - Stellenwert: Durch Verzicht auf das Notwendige (feste Nahrung) gewinnt man eine andere, natürlichere Einstellung zum Überflüssigen (Genussmittel, Nikotin, Alkohol). Bei den meisten Menschen stellt sich nach einer vorbeugenden oder Heilfastenkur instinktiv wieder das Verlangen nach Gesundmachendem ein - man bekommt Appetit auf Gesundheit! Schnelle Gewichtsabnahme sowie schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkungen lassen gerade bei chronischen Erkrankungen häufig eine erstaunlich schnelle Besserung beobachten. Hungergefühle sind nach den ersten Tagen meist keine vorhanden.

Fasten stillt den Hunger nach Überfluss, Überflüssigem und Konsum. Es entschärft Gier, lindert die Qual der Wahl und lässt den Fastenden mehr inneren Frieden und Freiheit erreichen.“

Einsatzbereiche und Indikationen, Wirkungen:

  • vegetative Umstimmung zur Ruhe und Anregung der Selbstheilung
  • psychovegetativ ordnend, beruhigend, entspannend
  • stoffwechselentlastend, entschlackend
  • entzündungshemmend (Besserung der BKS, der Rheumafaktor wird häufig negativ, Schmerzen bessern sich ab dem 3. oder 4. Tag)
  • gewichtsreduzierend
  • stoffwechselentsäuernd (nach anfänglichem Harnsäureanstieg)
  • gewebeentsalzend, -entquellend
  • Abbau nicht benötigten Eiweißes (proteolytisch) – dadurch erfolgt ein Anstieg der Harnsäure (mit Maximum am 3./4. Tag bis 12 mg/dl, manchmal noch höher )

„Es schadet dem Kranken nichts, wenn er einige Tage strenge Diät beobachtet; im Gegenteil, er wird sich häufig vor Verschlimmerung der Krankheit bewahren.“ (S. KNEIPP)

Geeignet bei

allen ernährungsabhängigen bzw. durch eine Ernährungsumstellung beeinflussbaren Krankheiten:

  • Stoffwechselkrankheiten
    Übergewicht, Adipositas , erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut [Hyperurikämie], Gicht, Diabetes mellitus [vor allem Typ 2], chronische Stoffwechselvergiftungen durch Arznei- und Genussmittelmissbrauch wie Abführmittel [Laxanzien], Psychopharmaka, Alkohol, Nikotin, Kaffee etc., Osteoporose (vorbeugend)
  • Erkrankungen der Verdauungsorgane
    - Verdauungsschwäche (Verdauungsinsuffizienz) mit Störungen an Magen (Magenbeschwerden), Darm (Darmerkrankungen), Leber (Lebererkrankungen), Gallenblase, Bauchspeicheldrüse; chronische Gallenwegserkrankungen (Gallenerkrankungen), Reizmagen, Reizdarm, Sodbrennen, Refluxkrankheit (siehe Reizmagen)
    - chronischer Verstopfung (Obstipation)
    - Blähungen (Meteorismus)
    - Entzündungen des Darms (z. B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
    - Durchfall (Diarrhoe)
    - Divertikulose, Divertikulitis
    - Neigung zu Magenschleimhautentzündungen (Gastritis), Zwölffingerdarmgeschwür (Duodenitis), Geschwüre [Ulkusleiden] (zwischen den Krankheitsschüben)
    - chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) (zwischen den Krankheitsschüben)
    - Leberparenchymschäden, toxisch-nutritiv, einschließlich Fettleber, Hepatosen (Lebererkrankungen)- nicht Hepatitis
  • Rheumatische Erkrankungen (Rheuma)
    - Arthrosen der großen und kleinen Gelenke
    - Wirbelsäulenleiden (Halswirbelsäulensyndrom, Lendenwirbelsäulensyndrom, Wirbelsäulenverschleiß)
    - Weichteilrheumatismus
    - entzündliche rheumatische Krankheiten (rheumatoide Arthritis)
  • Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems
    - niedriger Blutdruck (Hypotonie)
    - Arteriosklerose
    - Koronare Herzkrankheit (Stadium I-III), Herzinsuffizienz
    - Krampfaderleiden (Varikosis)
    - Schwindel (Vertigo), Tinnitus
    - Lymphödeme, -stauungen
  • Hautkrankheiten
    Ekzeme, trocken und nässend, Juckreiz [Pruritus], allergische Krankheiten der Haut und der Schleimhäute
  • Augenkrankheiten
    Glaukom, chronische Bindehautentzündung [Konjunktivitis]
  • Krankheiten des Nervensystems
    vegetative Dystonie und Erschöpfung, reaktive Depression, Schlafstörungen, Migräne und chronische Kopfschmerzen)
  • Krankheiten der Atmungsorgane
    chronische Bronchitis, chronische Rhinitis, Kehlkopfentzündung [Laryngitis], Sinusitis, Asthma bronchiale
  • Ohrenkrankheiten
    chronische Mittelohrentzündung [Otitis media], Tinnitus, Ménière-Krankheit [im postakuten Stadium nach medikamentöser Einstellung]
  • Krankheiten des Urogenitalsystems
    chronische Pyelonephritis; Harnröhrenentzündung [Urethritis], Blasenentzündung [Zystitis], Nierensteinleiden [Nephrolithiasis], gutartige Prostatavergrößerungen 
  • Frauenkrankheiten
    Menstruationsbeschwerden [Zyklusanomalien], hormonelle Störungen, besonders im Bereich der Eierstöcke [Ovarien]; klimakterische Beschwerden [Prä-, Peri-, Postmenopausensyndrom], Fluor, chronische Adnexitis.
    Eine Ernährungsumstellung ist auch bei unerfülltem Kinderwunsch empfehlenswert (beide Partner müssen jedoch miteinbezogen werden).
  • Krankheiten des zahnheilkundlichen Bereichs
    Karies, Parodontose/-itis, im Zusammenhang mit Amalgamsanierung

    Wichtig: bei einer Sanierung mit Implantaten sollte keine Osteoporose bestehen; auch hier wird eine langfristige Vorbereitung durch eine individuelle Ernährungsumstellung - beispielsweise in einer Kurklinik - empfohlen.

Bitte halten Sie Rücksprache mit dem Arzt.

Vorsicht bei / Nicht geeignet bei

  • Halten Sie vor dem Beginn einer Heilfastenkur unbedingt Rücksprache mit einem naturheilkundlich ausgebildeten und erfahrenen Arzt.
  • Im Krankheitsfall muss auf jeden Fall medizinischer Rat eingeholt werden.

Beschreibung

Fasten ist der vorübergehende freiwillige Verzicht auf feste Nahrung bei vermehrter Flüssigkeitszufuhr und geeigneten Begleitmaßnahmen für den Kreislauf (KNEIPP- Wasseranwendungen). Die Unterstützung der Ausleitung über Niere, Darm, Haut und Lunge ist bei fachgerechter Ausführung durch ausgebildete Begleiter der steilste, aber direkteste und schnellste „Weg zur Gesundheit“.

Fasten stillt den Hunger nach Überfluss, Überflüssigem und Konsum. Es entschärft Gier, lindert die Qual der Wahl und lässt den Fastenden mehr inneren Frieden und Freiheit erreichen.

Das Fasten ist in Form von einzelnen Entlastungstagen oder von längeren Fastenperioden möglich.

Verschiedene Formen des Fastens sind:

  • Entlastungstage
  • Teefasten, Milch-Semmel-Fasten (F. X. Mayr-Kur)
  • Heilfasten, Buchinger-Fasten, Schroth-Kur
  • Je nach Konstitution und Krankheitsbild wird nach einer geeigneten Form gesucht, die zu Ihnen passt, die Sie auch annehmen und im Alltag in geeigneter Form in Teilen einbauen können.
  • Es gibt zahlreiche Fastenformen, darunter die Mayr-Kur oder das Heilfasten nach Buchinger (mit Tee, Gemüsebrühe, Fruchtsaft und Wasser).
  • Vorab besprechen Sie den genauen Ablauf mit Ihrem Arzt, Kursleiter oder Therapeuten.
  • Gewicht, Blutdruck und Harnsäure werden während des Fastens überwacht
  • Eine Fastenkur wird mit einer Darmreinigung begonnen (durch salinische Abführmittel in streng isotonischer Lösung, z. B. Bittersalz. Dazu wird 1 TL in 0,25 l Wasser morgens nüchtern getrunken )
  • Unterstützung durch manuelle Bauchbehandlung und Einlauf 
  • Eine Unterstützung durch KNEIPP-Anwendungen für Kreislauf und Wärmehaushalt ist unbedingt erforderlich!

Bitte beachten

  • Mögliche Komplikationen sind Blutdruckabfall, Harnsäureanstieg (mit Gipfel meist um den 3. bis 4. Tag), Erstverschlimmerung, Rückvergiftung und Fastenkrise (aus diesem Grund sind unbedingt spezielle Kenntnisse des Arztes bzw. Fastenleiters erforderlich), Wärmeverluste, Frieren, Frösteln (besonders bei schlanken Menschen/Asthenikern und bei Überanstrengung; nicht empfohlen wird deshalb das Schwimmen während des Fastens).
  • Fasten kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen - dies müssen vor allem ambulant Fastende wissen und müssen deshalb auf die aktive Teilnahme am Straßenverkehr während des Fastens verzichten
  • Medikamente müssen ggf. angepasst werden- deshalb bei Medikamenteneinnahme unbedingt ärztliche Begleitung / Überwachung erforderlich!

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