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Ernährungsregeln - richtig Essen

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Anwendung

Maßstab für die richtige Ernährung ist nicht eine Nährstofftabelle, sondern der eigene Körper, der - bei einem noch funktionierenden natürlichen Instinkt - das richtige Maß durch Wohlbefinden anzeigt.

Viele Menschen nehmen jedoch keine Rücksicht auf den Bedarf und die Verträglichkeit der Ernährung und essen nach traditionellen Gewohnheiten, ohne ihre körperlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen – bzw. ohne zu bedenken, dass Gewohnheit ein schlechter Ratgeber ist. Denn: „Die Kost, die dem Schmied bekommt, die zerreißt den Schneider“.

Voraussetzung für eine gute Verträglichkeit der Nahrung ist jedoch, dass eine richtige Esstechnik - mehr noch: eine Ess -Kultur -gepflegt wird. Nur so können die Lebensmittel ordnungsgemäß aufgespalten und verwertet werden.

Diese empfehlenswerte Esskultur ist ganz darauf ausgerichtet, den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Körpers entgegenzukommen. Die „Vorbereitung“ in der Mundhöhle entscheidet über die weitere Verarbeitung und damit auch über die Zuträglichkeit der Nahrung.

„Fast food“ - hierbei ist häufig das „food“ qualitativ ausreichend, aber das „fast“ bereitet die Hauptprobleme für einen meist geschwächten, überlasteten Verdauungskanal. Wer wertvolle Zeit seiner Mittagspause in der Schlange an der Kantine verbringt, widmet seiner Esstechnik oft nur wenig Aufmerksamkeit. Ganz bewusst muss deshalb eine Schulung einsetzen.

Empfehlenswert ist deshalb besonders gründliches Kauen, denn während des Kauvorgangs wird die Nahrung zerkleinert, so dass Verdauungsenzyme ihre Arbeit besser verrichten können. Auch schmeckt die Nahrung erst nach einer gewissen Zeit des Kauens richtig! Kosten Sie also jeden Bissen ganz bewusst aus. Dass gut gekaut bereits halb verdaut ist, wusste jedoch auch Sebastian Kneipp:

„Die Speise muß ferner mit Speichel vermischt werden […]. Je besser die Speisen mit Speichel vermischt werden, um so besser sind sie vorbereitet für den Magen. In diesem werden die aufgenommenen Speisen mit Magensaft vermischt, und je inniger die Vermischung, um so besser wird auch die Verdauung sein; denn der Magensaft muß ja die Speisen zersetzen und auflösen, die weichsten wie die härtesten. Außer diesen zwei Umwandlungen der Speisen im Mund und im Magen finden noch mehrere andere im Darmkanal statt, bis der Speisebrei so zersetzt ist, daß die Natur das für sie Notwendige ausziehen kann. Es wird also derjenige nicht recht tun, der die Speisen, ohne sie ordentlich zu zerkauen, verschluckt.“ (S. Kneipp)

Geeignet bei

Alle Bemühungen zur Vorbeugung ernährungsabhängiger Krankheiten sollten sich nicht nur auf die Nahrungsauswahl beschränken, sondern auch die ebenso wichtigen Essregeln einschließen. Häufig verträgt nämlich ein nicht optimal funktionierender Verdauungskanal eine gesunde Nahrung nur schlecht. Gesunde Nahrung (Beispiel Rohkost) erfordert mehr Verdauungsleistung als denaturierte Zivilisationskost (Beispiel Weißmehl).

Es gilt deshalb: Ernährung = Nahrung x Verdauung!

Vorsicht bei / Nicht geeignet bei

Wenn der Verdauungstrakt nicht optimal funktioniert und Symptome eines Reizmagens oder Reizdarmes wie Aufstoßen, frühes Sättigungsgefühl, Appetitlosigkeit, Schmerzen hinter dem Brustbein, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Müdigkeit nach dem Essen häufiger auftreten, darf der Darm eher nicht - zumindest nicht sofort - mit vollwertiger, gesunder Kost konfrontiert werden.

Hier muss langfristig eine vorsichtige Ernährungsumstellung - eingeleitet von einer kurzen, vorgeschalteten Fastenphase oder besser einer Darmsanierung - erfolgen.

Eine solche Fastenphase kann in Ihrem KNEIPP-Verein vorbeugend am besten 1 – 2 x pro Jahr stattfinden. Voraussetztung ist, dass keine Erkrankung vorliegt und Sie regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilgenommen haben.

Beschreibung

Folgende Verhaltensregeln sind für eine optimale Verdauungsleistung sehr wichtig:

  • Langsam essen, gut kauen, ausschmecken:
    Der Sättigungsreflex tritt nach 10 bis 15 Minuten ein und ist relativ unabhängig von der aufgenommenen Nahrungsmenge. Das gute Kauen sorgt für eine gute Durchmischung des Speisebreis mit den im Speichel enthaltenen Fermenten („gut gekaut ist halb verdaut“). Durch gründliches Kauen wird die Oberfläche der Partikel vergrößert und die Verdauungsenzyme haben dadurch eine viel größere Angriffsfläche.


(„Wenn Du merkst Du hast gegessen, hast Du schon zu viel gegessen“ –
S. Kneipp)

  • Einteilung der Nahrungsmengen zu den Mahlzeiten:
    - das Frühstück fällt reichlich aus („frühstücken wie ein Kaiser“)
    - das Mittagessen dürftiger („wie ein Bürger“)
    - das Abendessen spartanisch („wie ein Bettler“)

  • Zeitpunkt der Mahlzeiten:
    - Schwerverdauliche Rohkost und Obst nicht nach 15 Uhr essen, da es sonst während der Nachtruhe zu Blähungen und Gärung kommt
    - Die Abendmahlzeit möglichst frühzeitig, möglichst nicht nach 17.00 Uhr einnehmen. Wenn das nicht jeden Tag gelingt, sollte es wenigstens zweimal pro Woche, z. B. am Wochenende versucht werden. Man fühlt sich meist am nächsten Tag wesentlich wohler und leistungsfähiger. „Müdes Erwachen“ am Morgen (Morgenmüdigkeit) hängt meist mit späten schwerverdaulichen Abendmahlzeiten zusammen. Auch Sebastian Kneipp wies in Kenntnis der alten Volksweisheit auf die Bedeutung eines leichten, nicht zu späten Abendessens hin:

„Es sei noch bemerkt , daß der Abendtisch nicht zu reichlich sein und nicht zu spät genommen werden soll. „Große Abendmahlzeiten füllen die Särge“, sagt ein spanisches Sprichwort.“ (S. Kneipp)

  • Flüssigkeitsaufnahme:
    Zwischen den Mahlzeiten sollten mindestens 1,5 bis 2 l Flüssigkeit getrunken werden. Nicht jedoch während des Essens trinken, da sonst die Verdauungssekrete verdünnt werden.

  • Einstimmung auf die Mahlzeiten:
    Vor den Mahlzeiten sollte am besten eine Ruhepause eingehalten werden. Optimal wäre eine 10- bis 15-minütige Entspannung vor der Mahlzeit, z. B. mit Autogenem Training oder anderen Entspannungsmethoden. Auf jeden Fall sollte man sich stets genügend Zeit für eine Mahlzeit gönnen und nur in Ruhe, niemals aber unter Anspannung und auch nicht mit kalten Händen und/oder Füßen essen - dies sind Zeichen einer psychischen Anspannung, die die Magennerven meist ruhigstellen; der trockene Mund ist ein weiteres Zeichen dafür. Bräuche wie Aperitifs mit Kräutern (Pernot, Pastis, Ouso, Artischocke, Wermut) erhöhen die Genussfähigkeit. Tischgebete sind aus Traditionen erwachsen und in Religionen fest als zuträglich für die seelische und körperliche Gesundheit positiv verankert.

Bitte beachten

Hier zusammengefasst die wichtigsten Kardinalfehler der Ernährung, aus denen sich dann wichtige individuelle Empfehlungen ableiten lassen.

  • Zu schnelles Essen
  • Zu viel
  • Zu spät
  • Zu fett
  • Zu viel tierisches Eiweiß
  • Zu trocken (zu wenig Flüssigkeit)
  • Trinken zum Essen
  • Ständiges Essen - ohne Fastenpausen
  • Zu süß
  • Schlecht gekaut, zu hastig
  • Essen nach der Uhr - ohne Hunger
  • Zu viel durcheinander essen verhindert die Wahrnehmung des natürlichen Sättigungsgefühls
  • Essen in übermüdetem Zustand
  • Zu salzig, zu scharf, zu viel Gebratenes, zu Süßes usw.
  • Zu oft (dies gilt nicht für ärztliche, individuelle Empfehlungen z. B. für Diabetiker oder schlanke Menschen)

Sonstiges

Individuelle Empfehlungen oder Verordnungen haben stets Vorrang vor Allgemeinen.

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