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Kopfschmerzen

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Krankheitsbild

Es gibt zahlreiche Arten von Kopfschmerzen - bis heute werden über 150 Varianten unterschieden. Da diesen sehr verschiedene Ursachen und Erkrankungen zugrunde liegen können, sollte zunächst immer eine ärztliche Voruntersuchung erfolgen. Augenarzt, HNO-Arzt, Orthopäde, Neurologe, Zahnarzt sollten bei chronischen Kopfschmerzen immer konsultiert werden, bevor zu Eigentherapie mit Schmerzmitteln gegriffen wird oder die von uns favorisierten naturheilkundlichen Methoden angewendet werden.

Die häufigsten Formen sind Spannungskopfschmerzen, zunehmend auch medikamenteninduzierte Kopfschmerzen, gefäßbedingte (vasomotorische) sowie migräneartige Kopfschmerzen. Vor allem bei vasomotorischen Kopfschmerzen reagieren die Blutgefäße des Gehirns fehl: Vor einem Anfall verkrampfen die Gefäße, wodurch auch die Blutversorgung und damit die Sauerstoffzufuhr behindert wird - es entsteht Schmerz als „Schrei des Organs nach Sauerstoff und Abtransport der Säuren, die bei Sauerstoffmangel entstehen“! In einer zweiten Phase erschlaffen die Blutgefäße durch Lähmung der Gefäßmuskeln - nun schießt das Blut ein und staut sich, was sich durch einen pochenden, pulsierenden Schmerz bemerkbar macht.

Kopfschmerzen sind jedoch auch häufig die Folge von Sauerstoffmangel im gesamten Organismus: Das Gewebe wird nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Nährstoffen versorgt, es entsteht lokaler Sauerstoffmangel und der Stoffwechsel verschiebt sich in Richtung Übersäuerung. Die Folge sind Gefäßverkrampfungen, Entzündungen und schließlich Schmerzen - ähnlich dem Sauerstoffmangel-Schmerz bei Herzenge (Angina pectoris) oder Raucherbein (Claudicatio intermittens) bzw. dem Muskelkater entsprechend.

Leistungsdruck, Spannungen und Konflikte in Beruf und Familie, Freizeitstress, eine ungesunde Ernährungsweise, Genussmittel und Medikamente, Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus und im vegetativen Gleichgewicht, aber auch Wetterwechsel und Föhn können bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen auslösen. Bestimmte Nahrungsmittel oder Verschiebungen im Stoffwechsel stellen für die Betroffenen äußere und innere „Reize“ dar, auf die sie unangemessen stark durch Gefäßkrämpfe, Kopfschmerzattacken oder auch Migräneanfälle reagieren.

Es ist deshalb wichtig, die individuellen Auslöser herauszufinden. In einem nächsten Schritt muss der Organismus gezielt trainiert werden, damit er lernt, mit den jeweiligen Stressoren künftig besser umzugehen.

Naturheilkundlicher Ansatz

Die Anlage zu Kopfschmerzen und Migräne scheint auch vererbt zu sein. Dennoch bietet die naturheilkundliche Behandlungsweise zahlreiche Möglichkeiten, auf die Intensität und Dauer, Häufigkeit der Attacken und den Schmerzmittelgebrauch Einfluss zu nehmen. Vor allem aber lernt der Patient, dass er selbst aktiv eingreifen, dass er die „Sprache“ der Schmerzen verstehen, damit umgehen und Auslösemechanismen beeinflussen kann.

Wasser

Um die Gefäße und damit die Durchblutung und Sauerstoffzufuhr vorbeugend zu trainieren, werden deshalb im Sinne der KNEIPP-Therapie über das Medium Wasser Wärme- und Kältereize therapeutisch eingesetzt. Kopfschmerz- und Migränepatienten sind meist besonders kälteempfindlich und leiden oft vor allem unter kalten Händen und Füßen, was auch als Zeichen für eine mangelnde Anpassungsbereitschaft der Gefäße gilt. Trainiert wird deshalb ganz gezielt die Eng- und Weitstellung der Gefäße. Nach wiederholten Wechselreizen (warm-kalt-warm-kalt!) tritt mit der Zeit die angemessene Reaktion immer schneller und geübter ein.

Spezielle KNEIPP-Maßnahmen bei Kopfschmerzen undMigräne sind vor allem auf die kleinen Adern und Haargefäße (Kapillaren) ausgerichtete, kreislaufanregende und -optimierende Anwendungen wie:

  • Wassertreten 
  • Trockenbürsten 
  • Tautreten
  • Wechselduschen 
  • Wechselarmbad 
  • Wechselschenkelguss oder
  • das ansteigende Fußbad,
  • Gesichtsguß 

immer mit dem Ziel, aktiv durch kurze Kälte oder direkte Wärme eine verbesserte Durchblutung zu erreichen - wobei die Anwendungen stets individuell und fein zu dosieren sind und auf die Verträglichkeit zu achten ist.

Weitere geeignete KNEIPP-Anwendungen:

  • Nackenguss temperaturansteigend 
  • Dreiviertelbad –Vorsicht bei niedrigem Blutdruck!

Ernährung

Kopfschmerzpatienten leiden meist unter einer Überlastung des Stoffwechsels, und auch die Säurebelastung des Organismus steht in einem engen Zusammenhang mit dem Stoffwechsel und der Ernährung - hier insbesondere der Alkalireserve. Dies liegt darin begründet, dass die sauerstoffführenden roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bei zuehmender Übersäuerung im Blut ihre Elastizität einbüßen, sogenannte Geldrollen bilden und damit die Sauerstoffabgabe stark beeinträchtigt ist. Dies führt zu einem verminderten Sauerstoffangebot im Gewebe. In einem ersten Schritt muss vor allem die Säurekonzentration in den Geweben verdünnt werden, was vor allem durch intensive Zufuhr von Kräutertees, basenüberschüssigen Heilwässern sowie durch die forcierte Gabe basischer Elektrolyte (Kalzium, Magnesium, Kalium) erfolgt. Zahlreiche Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine werden dem Organismus auch durch eine lakto-vegetabile Ernährung (viel Gemüse, Kartoffeln sowie - falls vertragen - Milchprodukte) zugeführt. Unbedingt verzichtet werden sollte jedoch auf das Gefäßgift Nikotin, übersäuernden Alkohol und gefäßverengendes Koffein.

Pflanzen

Fenchel. Foto: Dr. Hans Horst Fröhlich

Heilkräuter werden bei der naturheilkundlichen Kopfschmerzbehandlung vor allem zur Verbesserung der Gehirndurchblutung, der Reinigung des Stoffwechsels, zur Verbesserung der Verdauungsleistung - etwa in Form von Anis-Fenchel-Kümmel-Mischungen - und zur psychovegetativen Entspannung bzw. Schlafförderung (Hopfen, Melisse, Baldrian), zur Stimmungsaufhellung und Antriebssteigerung (Johanniskraut) sowie zur Kreislaufstützung (z. B. Rosmarin, Weißdorn) eingesetzt.

Auch örtlich, z. B. im Bereich der Schläfen haben sich ätherische Öle (Pfefferminzöl) bewährt. Vorsicht: nicht in die Augen bringen!

Bewegung

Neben „passiven“ Bewegungsarten wie Massagen, Lymphdrainage, Bindegewebsmassagen und bei Bedarf Rückenschule oder (Kranken-)Gymnastik werden geeignete Ausdauersportarten wie Wandern, Laufen, Joggen, Nordic-Walking, Radfahren oder Schwimmen besonders im Hinblick auf eine optimale Gewährleistung der Sauerstoffversorgung empfohlen.

Den richtigen Umgang mit Bewegung lernen Sie in Ihrem KNEIPP-Verein.

Bewegung der großen Muskelgruppen mit den genannten Sportarten verbessert daneben auch die Sauerstoffversorgung des Gehirns um bis zu 25 %. Vorsicht aber: Übertreibung führt zu gegenteiligen Effekten und löst häufig Kopfschmerzen aus.

Bei der Bewegung wichtig:

„..lieber wenig und öfter – als viel und selten..!“ (S. KNEIPP)

Lebensordnung

Kopfschmerzpatienten ist der biologische Rhythmus zwischen Leistung und Erholung, Anspannung und Entspannung sehr oft verloren gegangen. Dieses natürliche Wechselspiel unterliegt vor allem der aus dem Takt geratenen Steuerung durch das vegetative Nervensystem. Ein Kopfschmerzanfall kann aber auch durch ein lokales Ungleichgewicht der Nervenbotenstoffe im Gehirn ausgelöst werden.

Das gestörte vegetative Nervensystem kann jedoch wieder trainiert und stabilisiert werden, damit es besser mit den Reizen der Umwelt fertig wird, die auch der Kopfschmerzpatient nicht immer vermeiden mag. Geeignete Mittel hierzu sind - neben den KNEIPP-Wasseranwendungen und angemessener körperlicher Bewegung - Entspannungsübungen wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, die durch den Wechsel von An- und Entspannung der Muskeln Kopfschmerzen vorbeugen kann. Auch maßvolles Yoga und andere Meditationsformen wirken harmonisierend auf das vegetative Nervensystem - finden Sie das für Sie persönlich Geeignete in Ihrem KNEIPP-Verein heraus!

Das „Stressmanagement“ im Alltag erleichtern auch Atmungs- und Haltungs-, Lockerungs- und Wirbelsäulenübungen.

Kneipp & More

  • Individuelles, ärztlich angeleitetes Heilfasten 
  • Darmsanierung: Kopfschmerzen stehen sehr oft im Zusammenhang mit einem kranken Verdauungsapparat, der seine Selbstreinigungsfähigkeit verloren hat und damit selbst zur Belastung für den Körper geworden ist. Auch verfügt der Darm über die zweitgrößte Anzahl von Nervenzellen, man spricht vom „Darmhirn“. Außerdem ist der Darm Produzent von schmerzstillenden und Glücks-Hormonen (Serotonin).
  • Entsäuerung 
  • Aderlass
  • Schröpfen
  • Neuraltherapie
  • Versuch mit Akupunktur 
  • Akupressur

Bitte beachten

Was tun im akuten Schmerzanfall?

  • warmes bzw. ansteigendes Fußbad 
  • oder Wechselarmbad oder Wechselarmguss 
  • oder Nackenguss 
  • Hände und Füße warm halten
  • warmer, basischer Einlauf (evtl. mit Kräutertee und einer Messerspitze Basenpulver)
  • Basenpulver einnehmen
  • Eventuell Yogaübungen, die die Kopfdurchblutung verbessern

„Wie häufig nehmen die Leute beim Kopfweh ein warmes Fußbad mit Asche und Salz, leiten das Blut aus dem Kopfe abwärts und entfernen auf diese Weise ihren Kopfschmerz!“ (S. Kneipp)

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