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Die fünf Kneipp-Elemente: "Bewegung"

Bewegung

Ein Mangel an Bewegung muss heute als echte Krankheitsursache gewertet werden, zumal sie in Kombination mit weiteren Risikofaktoren doppelt negativ im Hinblick auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wirkt. Körperliche Bewegung hingegen wirkt ausgleichend auf das vegetative Nervensystem und stellt ein ganz natürliches „Ventil für die Seele“ dar.

„Wenn das Wasser immer ruhig und stille steht, wird es bald faul; wenn ein Pflug nicht gebraucht wird, wird er bald rostig; wenn eine Maschine lange der Witterung ausgesetzt ist und nicht verwendet wird, so wird sie bald ihre Dienste versagen; sie wird zuletzt gebrechlich werden und zerfallen, ohne dass man sie gebraucht hat. Gerade so geht es mit dem menschlichen Körper.“ (S. KNEIPP)

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Einleitung

Eine normale Belastbarkeit des Herz-Kreislaufsystems und die richtige Dosierung vorausgesetzt, sollte der Mensch einmal am Tag an die Grenze seiner körperlichen Belastbarkeit gelangen (dies bedeutet vor allem kurze Belastungen mit deutlich erhöhter Herzfrequenz). Moderne sportphysiologische Untersuchungen haben dies bestätigt - hier wurde eine wirksame Verbesserung des Herz-Kreislauf-Systems und damit der Sauerstoffzufuhr für alle Organe festgestellt, wenn ein Großteil der gesamten Körpermuskulatur dreimal pro Woche über 10 Minuten so bewegt wird, dass die Pulszahl 170 minus Lebensalter erreicht. Ganz grob entspricht diese Pulsfrequenz dem Zustand, in dem die Nasenatmung nicht mehr ausreicht und in die Mundatmung übergeht oder man sich nicht mehr mit seinem Begleiter unterhalten kann. Zwischenzeitlich ist auch bekannt, dass über den Schweiß (die Haut als „zweite Niere“) eine maßgebliche Entgiftung stattfindet. „Aktiver Schweiß“ beruht auf körperlicher Bewegung und ist dem „passiven Schweiß“ (zum Beispiel in der Sauna) vorzuziehen.

„Viele glauben, wenn sie von Zeit zu Zeit oder auch ganz regelmäßig ihren Spaziergang machen, dann hätten sie für die Erhaltung und Vermehrung der Körperkräfte ihre Schuldigkeit getan; aber ich behaupte: Es reicht dieses durchaus nicht hin.“ (S. KNEIPP)

Wer sich bisher nicht sportlich betätigt hat geschweige denn dreimal die Woche den Puls an die genannte Grenze treibt, dem sei gesagt: Kurze Belastungen sind für den Körper immer noch besser als überhaupt keine Bewegung.

Durchblutungssteigerung und vermehrte Sauerstoffzufuhr

Bewegung verbessert die biologischen Leistungen des Organismus, kann über eine vermehrte Durchblutung und erhöhte Sauerstoffzufuhr dem Leistungsabfall vorbeugen und bereits vorhandener Müdigkeit entgegenwirken. Doch nicht nur das Herz-Kreislauf- und das Atmungssystem profitieren von richtig durchgeführter Bewegung, sondern auch die allgemeine Reaktionslage, der Stoffwechsel, das Hormonsystem, der aktive (Muskulatur) und der passive (Sehnen, Bänder, Knochen) Bewegungsapparat sowie vor allem das vegetative Nervensystem.

Aktive Bewegung

  • richtig dosierter, sanfter Ausdauersport (z. B. Wandern, Walking, Nordic Walking, Radfahren, Skilanglaufen, Schwimmen) - bei relativer Schonung des Bewegungsapparates kann es hier kaum zu Überanstrengungen kommen; die meisten der hier genannten Sportarten können Sie in Ihrem KNEIPP-Verein kennenlernen und unter Anleitung ausüben
  • Terrainkuren (Geh und Wanderwege, die meist in Kurorten sportmedizinisch genau analysiert wurden und individuell in den Kurplan eingebaut werden)
  • Allgemeine Gymnastik
  • Training zur Leistungssteigerung des Herz-Kreislaufsystems. Hier erfolgt meist zunächst ein Test auf dem Fahrrad- oder Laufband–Ergometer. Dann wird dem individuellen Leistungsvermögen ein angepasster Plan folgen.
  • Mentales Training – als positive Vorbereitung bei Sportarten, die eine Koordination aller Körperteile erfordern (z. B. Skifahren, Langlaufen, Tanzen)
  • Hippotherapie
  • Heilsport durch geschulte Sportlehrer und Physiotherapeuten
  • Krankengymnastik / Physiotherapie: Ganz gezielt können hier bestimmte Körperfunktionen unter fachkundiger Anleitung verbessert werden, wenn bereits eine Leistungsminderung eingetreten ist. Auch werden falsche Bewegungsmuster verhindert, z. B. Schon- und Ausgleichshaltungen, die zu einseitiger Fehlbelastung - beispielsweise der Wirbelsäule - führen können

Passive Bewegung

Klassische Massageformen

Reflexzonen-/Segmentmassage

Tipps zur Bewegung

  • Einmal am Tag anstrengen – „vernünftige Anstrengung“, so Sebastian Kneipp, „wirkt günstig auf den Körper“.
  • Mehrmals in der Woche kurze Zeit trimmen und Spaß daran haben - dies ist effektiver als ein anstrengendes Training, das gemieden wird.
  • Legen Sie statt einer Kaffeepause eine Gymnastikpause ein.
  • Gehen Sie treppauf, bis Sie müde sind, und nehmen Sie erst dann den Aufzug.
  • Auch Ihr Herz braucht ein regelmäßiges Training.
  • Machen Sie Ihre Fernsehzeit zur Trimmzeit (z. B. mit einem Standfahrrad während der Tagesschau).
  • Skilanglauf ist leicht, macht in jedem Alter Spaß und tut vor allem Herz und Muskeln gut.
  • Die beste Gymnastik ist die, die am meisten Spaß macht und regelmäßig betrieben wird.
  • Erwarten Sie keine unmittelbaren Erfolge - es dauert etwas, bis Sie in „Topform“ sind.
  • Es kommt der Tag, an dem die Bewegung anfängt Spaß zu machen und sogar zum Bedürfnis wird - bis dahin gilt: Aufraffen!
  • Ein Schlauer übt die Ausdauer!
  • „Lieber wenig und oft - denn viel und selten“ (S. Kneipp)

Bitte beachten

  • Zu warnen ist vor Einseitigkeit - selbst Rückenprogramme, Venenübungen oder Lauftreffs sind nur in vollem Maße nützlich, wenn ihnen eine ganzheitliche Betrachtung zugrunde liegt.
  • Auch Joggen oder Radfahren verbietet sich, wenn es lediglich einmal wöchentlich - z. B. am Wochenende - in Form einer Überanstrengung betrieben wird.

„Wenn einer in der Woche ein-, zwei-, dreimal nicht zu große Touren macht, wird er seine Körperkraft unglaublich vermehren, wenn er aber das Radfahren unmäßig betreibt, wird er sich bald ruinieren.“ (S. KNEIPP)

Achten Sie bei allen Laufsportarten (Spazieren, Wandern, Joggen, Nordic-Walking) auf ein gut dämpfendes Schuhwerk, das Erschütterungen des sehr oft schon vorgeschädigten Bewegungsapparates (Kniegelenke, Hüftgelenke, Wirbelsäule) dämpft. Besonders schonend läuft es sich auf Waldboden oder Moos.

Finden Sie heraus, welche Sportart für Sie geeignet ist und was Ihnen Freude macht. Bewegung trägt nachweislich zum Abbau von Stress und Spannungen bei, fördert darüber hinaus die Gehirndurchblutung und damit das Denkvermögen und verhilft zu einem gesteigerten Lebensgefühl (Glückshormone - Endorphine - werden vermehrt produziert!).

Sprechen Sie mit Ihrem KNEIPP-Arzt oder Krankengymnasten darüber. Versuchen Sie dann, Ihre Bewegungs- oder Sportaktivitäten langsam zu steigern. Auch KNEIPP-Gesundheitspädagogen in Ihrem KNEIPP-Verein können Sie gut über geeignete Sportarten beraten.

„Was man will und deshalb sucht, das findet man auch, und man wird sich daher schon eine Gelegenheit verschaffen können, um in vernünftiger Weise seine Körperkräfte zu üben.“ (S. KNEIPP)

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