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Lein, Flachs - Linum usitatissimum

Lein. Foto: Dr. Hans Forst Fröhlich

Pflanze

Lein (oder Flachs) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt.
Er hat sich vor allem als mildes, natürliches Abführmittel bewährt: Durch den hohen Anteil an Schleimstoffen in der Samenschale quillt der Samen während der Magen-Darm-Passage, so dass sich das Volumen des Darminhalts vergrößert. Dadurch kommt es zu einer sanften Anregung der Darmbewegung.
Das im Leinsamen enthaltene fette Öl wirkt außerdem als Gleitmittel und damit zusätzlich abführend.

„Leinsamen hat einen hohen Gehalt an Schleim und fettem Öl. Bei innerlicher Verwendung wirken diese Stoffe als Gleitmittel, während die ganzen Körner durch ihre Quellung die Stuhlmasse vergrößern und damit den Stuhlgang anregen.“ (S. Kneipp)

Der im Leinsamen enthaltene Schleim wird auch bei Schleimhautentzündungen des Magens (Gastritis) und des Darms (Enterititis) eingesetzt - er beruhigt, schützt und regeneriert entzündete Schleimhäute.


„Als Tee […] ist er wirksam bei katarrhalischen Magenveränderungen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.“ (S. Kneipp)

Auch bei Entzündungen im Hals und Rachen sowie bei Heiserkeit wirkt der Schleim des Leinsamens reiz- und schmerzlindernd: „Nach innen als Tee zubereitet, kühlend bei hitzigen Fiebern, bei Halsleiden als gutes Gurgelwasser.“ (S. Kneipp)

Leinsamen wird aufgrund des hohen Gehalts an Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren auch als diätetisches Nahrungsergänzung verwendet. Ein besonders wertvolles Nahrungsmittel ist das aus den Leinsamen kaltgepresste Öl: Es enthält einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (alpha-Linolensäure und Linolsäure) und hat sich daneben auch zur Hautpflege bei Schuppenflechte oder Ausschlägen bewährt.

Traditionell wird Leinsamen auch als schmerzlindernder Umschlag oder als heiße Packung bei Leber-und Gallen-Beschwerden verwendet.


„Die Leinsamenumschläge oder Aufleger sind allbekannt und allgemein in Übung.“ (S. Kneipp)

Neben der arzneilichen Verwendung und seinem Wert als wertvolles Lebensmittel hat Lein (Flachs) auch Bedeutung als eine der ältesten Faserpflanzen zur Herstellung von Bekleidung.

Bestandteile und Inhaltsstoffe

In der Heilkunde wird der ganze, gereinigte und getrocknete reife Samen des Leins verwendet. Er enthält vor allem Schleimstoffe (in der Samenschale bis zu 25 %) und fettes Öl (30-40 %), das zu einem Großteil aus Linol-, Linolen- und Ölsäure besteht, sowie Eiweiße und Vitamine, in geringer Menge auch das Blausäureglykosid Linamarin. (Die des öfteren behauptete Giftwirkung durch Blausäurebildung im Magen stellt jedoch nach bisherigem Kenntnisstand bei der allgemein üblichen Dosierung keine Gefahr dar.)

Medizinischer Hinweis:

Leinsamen enthält in geringer Menge sogenannte cyanogene Glykoside, aus denen das stark giftige Cyanid freigesetzt werden kann. Da aber kein einziger Fall einer Vergiftung auch bei langdauernder Einnahme höherer Dosen bekannt ist, wird angenommen, dass die Cyanide zu langsam freigesetzt und aufgenommen werden, um giftig wirken zu können.

Wirkungen:

  • Abführende Wirkung durch Volumenzunahme und Auslösung der Darmperistaltik durch Dehnungsreflex - jedoch nur bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr und bei intakter Darmmotorik.
  • Dank seiner regulierenden Wirkung auf die Darmtätigkeit kann Leinsamen nicht nur bei Verstopfung, sondern auch bei Durchfall helfen, denn die Samen, die unverdaut in den Dickdarm gelangen, verändern dort die Druckverhältnisse. Dies führt zu einer Dehnung der Darmwand und zu einer Förderung des Ausscheidungsvorgangs bei Verstopfung. Dieser Effekt kann auch bei Durchfall genutzt werden, da der Leinsamen gleichzeitig Wasser bindet und dem Stuhl damit Flüssigkeit entzieht
Stoffe, die vom Körper nicht aufgenommen werden und durch den Darm in unveränderter Form wieder ausgeschieden werden. Eine wichtige Rolle in der Ernährung spielen sie trotzdem, da sie bei der Verdauung als Füllmaterial dienen und sie dadurch positiv beeinflussen. Bei Beeinträchtigung der Darmfunktion sowie der Verdauungskraft kommt es häufig zu negativer Verträglichkeit mit Blähungen, Sodbrennen. Ballaststoffe werden teilweise auch als Quellstoffe bezeichnet, da sie Wasser binden und auch auf diese Weise für ein großes Stuhlvolumen sorgen. Die meisten Pflanzen sind reich an Ballaststoffen. Beispiele Leinsamen, Flohsamen, Weizenkleie.
wellenförmig fortschreitende Kontraktionsvorgänge des Darmes zur Beförderung des Darminhaltes
Können mit der Nahrung aufgenommen, aber auch von den Zellen selbst hergestellt werden. Essentielle Fettsäuren, z.B. Linolsäure und Linolensäure, müssen über die Nahrung aufgenommen werden, da der menschliche Körper sie nicht selbst aufbauen kann, aber als Ausgangsstoff für den Aufbau (Synthese) mehrerer körpereigener Stoffe benötigt. Pflanzliche Speiseöle wie Sonnenblumen-, Soja- oder Leinöl, aber auch Fischöl enthalten essentielle Fettsäuren in besonders hohen Konzentrationen. Man unterscheidet gesättigte Fettsäuren, die bei Raumtemperatur fest sind, von ungesättigten Fettsäuren, die flüssig oder streichfest sind.
Lesen Sie mehr über die Grundlagen.
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