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Arthritis

Krankheitsbild

Arthritis wird im Volksmund häufig gleichgesetzt mit „Rheuma“ oder Gelenkrheuma. Wörtlich übersetzt bedeutet es lediglich „Entzündung“ eines oder mehrerer Gelenke (Endung -itis). Der ebenfalls im Volksmund geläufige Begriff Arthrose beschreibt die nichtentzündlichen Gelenksbeschwerden, häufig auch als Abnutzung oder Gelenkverschleiß bezeichnet (Endung -ose). Diese wiederum können sich nachfolgend (sekundär) wiederum entzünden und werden dann zur „aktivierten Arthrose“ oder „sekundären Arthritis“. Letztere wird abgegrenzt von der primären Arthritis, die auch unter dem eingeführten Begriff „primär chronische Polyarthritis“ (PCP) oder in der jüngeren Bezeichnung als Rheumatoide Arthritis (RA) aus dem angloamerikanischen Sprachraum übernommen wurde.

Insgesamt gibt es ca 300 Rheumatische Erkrankungen, die durch Röntgenuntersuchungen, Bluttests, Gelenkpunktion, körperliche Untersuchung oder genaue Befragung des Patienten(Anamnese) o.ä. differenziert werden können. Auch die Veranlagung bzw. häufiges Auftreten in der Familie (Familienanamnese) kann Hinweise geben. Einige, z. B. bakteriell bedingte Rheumaformen müssen dann einer zum Beispiel chemisch-synthetischen Medikamentenbehandlung (durch Antibiotika) zugeführt werden. Bei einigen Arthroseformen – z. B. der Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) – haben sich Operationen im allgemeinen gut bewährt. Hier spielt die KNEIPP-Therapie operationsvorbereitend bzw. in der Rehabilitation eine bedeutende Rolle.

Immer zu bedenken ist jedoch, dass man „von allem etwas“ haben kann – also mehrere Gelenks- oder zunehmend auch Weichteilrheumatische Erkrankungen, die sich gegenseitig überlagern und verstärken können.

Den betroffenen Patienten interessiert meist nur der allen Rheumaformen gemeinsame Schmerz – verbunden häufig mit einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung.

Diese letzten Symptome können durch alle KNEIPP-Maßnahmen meist positiv, d. h. medikamentensparend beeinflusst werden.

Im Folgenden soll näher auf die Primär chronische Polyarthritis unter dem Aspekt der Entzündung eingegangen werden:

Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung – das Gelenk schmerzt heftig, es ist geschwollen und fühlt sich heiß an. Eine Entzündung aber ist immer ein deutliches Zeichen, dass der Organismus einen Abwehrkampf gegen schädigende Reize führt. Arthritis ist deshalb eine Krankheit, von der meist der ganze Körper betroffen ist, auch wenn nur ein Gelenk Symptome zeigt.

Die Entzündungen können plötzlich und heftig auftreten und ebenso plötzlich wieder vergehen (akute Entzündung), sie können aber auch eher schleichend auftreten, nicht besonders heftig werden und längere Zeit andauern (chronische Entzündung). Der chronische und der akute Zustand können einander abwechseln. Betroffen sind zunächst vor allem die Finger- und Zehengelenke, wobei sich die Schmerzen hier besonders nachts bemerkbar machen. Bei fortgeschrittener Erkrankung treten in den Fingern auch kleine, deutlich tastbare Knoten auf. Dauert die Arthritis längere Zeit an, kann sich das Gelenk, das in seiner Beweglichkeit mehr und mehr eingeschränkt ist, verformen und sogar völlig zerstört werden oder versteifen.

Solche Entzündungen können Spätfolgen einer früheren Infektionskrankheit sein (z. B. einer Mandelentzündung oder einer eitrigen Angina). Doch auch Stoffwechselerkrankungen wie die Gicht führen häufig zu Entzündungen einzelner Gelenke. Betroffen sind dann meist die Gelenke, die am meisten strapaziert werden (Zehengrundgelenk, Fußgelenk, Kniegelenk), seltener die Armgelenke. Gelenkentzündungen können darüber hinaus auch als Begleiterkrankung von Schuppenflechte, Dickdarmentzündung oder Allergien auftreten.

Häufige Begleiterscheinungen der Arthritis sind Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme. Oft beginnt Arthritis auch mit Grippesymptomen. Arthritis wird deshalb auch mit einem geschwächten Immunsystem in Verbindung gebracht.

Daneben werden bei Arthritis häufig entzündliche Darmveränderungen und hier vor allem Verstopfung (Obstipation) beobachtet – die Stuhlausscheidung ist verlangsamt, wodurch ausscheidungspflichtige Gifte zu lange im Darm bleiben und das so wichtige Immunorgan Darm schädigen. Ebenfalls häufig treten Durchblutungsstörungen auf (Neigung zu kalten Händen und Füßen) als Zeichen eines gestörten Wärmehaushaltes.

Enge (des Halses = Angina tonsillaris; der Brust = Angina pectoris)
Die Gicht nimmt eine Sonderstellung unter den rheumatischen Erkrankungen ein. Bei ihr sind die Harnsäurekristalle, die sich aufgrund einer Stoffwechselstörung in Muskulatur und Gelenke einlagern, als zugrunde liegende Krankheitsauslöser behandelbar.
Krankheitsvorgeschichte. Patientenbefragung (Eigenanamnese) oder Befragung der Angehörigen (Fremdanamnese) entweder im direkten Gespräch oder über Fragebogen.
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