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Lavendel - Lavendula angustifolia

Foto: Dr. Hans Horst Fröhlich

Pflanze

Lavendel beruhigt die Nerven, hilft bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden und fördert den Schlaf. Bereits der Duft wirkt ausgleichend auf das vegetative Nervensystem und den Kreislauf, weshalb er traditionell auf die unterschiedlichsten Arten Verwendung findet: als Tee, in Kräuter- und Duftkissen, in der Aromalampe, als Duftwasser oder als Badezusatz. Von seiner Verwendung als Badezusatz leitet sich auch sein Name ab (ital. lavanda, ´was zum Waschen gebraucht werden kann’, aus lat. lavare).

Die moderne Medizin setzt Lavendel bei vielen funktionellen Beschwerden
(Vegetative Dystonie) ein.

Vor allem das ätherische Öl ist verantwortlich für den charakteristischen Geruch und enthält Wirkstoffe, die zur Ausschüttung von körpereigenem Serotonin und damit zu mehr Wohlbehagen beitragen.


„Spiköl oder Lavendelöl ist in jeder Apotheke leicht zu kaufen. Es darf unter den Hausmitteln nicht fehlen.“ (S. Kneipp)

Auch Sebastian Kneipp hat „bei Gemütsleidenden“ Lavendelöl „sehr oft mit bestem Erfolge verwendet“. KNEIPP hat dies vor allem auch mit der entblähenden Wirkung des Lavendels in Zusammenhang gebracht - denn Blähungen und Gase können sich, so KNEIPP, negativ auf das Gehirn auswirken. KNEIPP bekämpfte auch „Kopfweh infolge von aufsteigenden Gasen“ mit Lavendelöl - wobei die Wirkung bei Kopfschmerzen und Migräne wissenschaftlich bisher nicht ausreichend belegt werden konnte.

Lavendel stammt aus der Familie der Lippenblütengewächse und ist in den Mittelmeerländern heimisch. Er wächst dort zwar auch wild, wird jedoch in großem Stil kultiviert - berühmt sind die pittoresken französischen Lavendelfelder der französischen Provence; aber auch in Spanien und Südosteuropa gibt es größere Kulturen. Die blau-violetten Blüten werden kurz vor dem Aufblühen gesammelt - wenn sie gerade dabei sind, sich zu öffnen. Lavendelöl wird aus den frischen Blüten durch Wasserdampfdestillation gewonnen.

In der mediterranen Küche wird Lavendel häufig als Gewürz zu Fisch und Salaten verwendet und ist auch Bestandteil der „Kräuter der Provence“.

Bestandteile und Inhaltsstoffe

Arzneilich verwendet werden nur die Blüten, die ätherisches Öl enthalten. Wesentlicher Bestandteil ist Linalylacetat; Linalool, ein weiterer Hauptbestandteil des ätherischen Öls, wird – neben Campher – für die leicht desinfizierende Wirkung verantwortlich gemacht. Daneben sind Cineol, Cumarine und Gerbstoffe enthalten.

Wirkungen:

  • Innere Anwendung:
    beruhigend, entblähend

  • Äußere Anwendung:
    Wirkt auf die örtliche Durchblutung - Reizwirkung mit nachfolgender Rötung
Wasserdampfflüchtige Öle, welche zumeist aus einer Vielzahl von Komponenten zusammengesetzt sind und häufig einen intensiven, charakteristischen Geruch aufweisen. Ätherische Öle werden in der Regel gut über die Haut und Schleimhäute aufgenommen, auch beim Einatmen können sie ihre Wirksamkeit entfalten (z. B. Inhalation, Dämpfe, Wickelzusätze).
Riechstoff vieler Pflanzen, der gerinnungshemmend wirkt. Auch lichtsensibilisierende und giftige Eigenschaften wurden bei Cumarinen nachgewiesen.
Störung im Zusammenspiel des vegetativen Nervensystems zwischen Leistungs– und Ruhenerv (Sympathikus – Vagus = Parasympathikus)
Substanzen pflanzlicher Herkunft, die Kollagen und Eiweiße binden können. Sie wirken zusammenziehend (gerbend), entzündungshemmend und austrocknend. Mit Gerbstoffen kann tierische Haut in Leder umgewandelt werden
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