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Rosmarin - Rosmarinus officinalis

Foto: Dr. Hans Horst Fröhlich

Pflanze

Rosmarin ist ein Küchen- und Heilkraut mit einer langen Tradition und einer besonderen Bedeutung im Brauchtum: In der Antike war die Pflanze den Göttern geweiht, außerdem galt sie als Symbol für Lebenskraft sowie als Zeichen der Liebe und Treue: „Ein Sträußchen von Rosmarin darf“, so Sebastian Kneipp, „am Hochzeitstage keinem Gaste fehlen“.

Der Name ist entlehnt aus lat. ros marinus und bedeutet wörtlich ‚Meertau’.

Rosmarin gilt als Stärkungsmittel (Tonikum) - er wirkt belebend, regt den Kreislauf und die Verdauung an, wirkt krampflösend und stärkt Herz und Nerven.

Sebastian Kneipp wies auf eine spezielle Wirkung hin:

Rosmarin ist ein vorzügliches Magenmittel. Als Tee zubereitet und getrunken, reinigt er den Magen von Verschleimungen, bewirkt guten Appetit und gute Verdauung.
Blähungen werden ausgetrieben und jene Erscheinungen günstig beeinflusst, die mit einer schlechten Zirkulation im Verdauungsapparat zusammenhängen.
(S. Kneipp)

Auch den Rosmarinwein empfahl Sebastian Kneipp als Stärkungsmittel vor allem bei Herzbeschwerden (sog. „Altersherz“): „Rosmarinwein sodann, in kleinen Portionen getrunken, hat sich als treffliches Mittel gegen Herzgebrechen bewährt.“

Äußerlich wirkt Rosmarin durchblutungssteigernd und wird deshalb auch bei rheumatischen Schmerzen oder bei Zerrungen unterstützend eingesetzt.

Rosmarin stammt aus dem Mittelmeerraum und ist auch ein klassisches Mittelmeergewürz - es passt zu Pasta und Tomatengerichten, Zucchini, Fisch und Fleisch und ist eine ideale Ergänzung zu Knoblauch. Schwere Gerichte werden durch die Beigabe von Rosmarin leichter verträglich.


„Eine Schande aber wäre es nicht minder, wenn dem Sammler für die Hausapotheke dieses würzige Kraut entginge.“ (S. Kneipp)

Bestandteile und Inhaltsstoffe:

Arzneilich verwendet werden die während oder nach der Blüte gesammelten frischen oder getrockneten nadelförmigen Laubblätter und das daraus gewonnene Öl. Die Blätter enthalten ätherisches Öl (u. a. Rosmarinkampfer), Gerbstoffe und Bitterstoffe, Flavonoide und Harze. Die Blätter wirken schwach bakterien- und virenhemmend und haben einen krampflösenden Effekt; das Öl regt das zentrale Nervensystem an und wirkt leicht durchblutungsfördernd.

Wirkungen:

  • Innere Anwendung
    - krampflösend (spasmolytisch) im Bereich von Gallenwegen und Zwölffingerdarm
    - Steigerung der Kontraktionskraft des Herzmuskels („positive Inotropie“), Steigerung der
      Koronardurchblutung
  • Äußere Anwendung
    - Durchblutungssteigerung
Wasserdampfflüchtige Öle, welche zumeist aus einer Vielzahl von Komponenten zusammengesetzt sind und häufig einen intensiven, charakteristischen Geruch aufweisen. Ätherische Öle werden in der Regel gut über die Haut und Schleimhäute aufgenommen, auch beim Einatmen können sie ihre Wirksamkeit entfalten (z. B. Inhalation, Dämpfe, Wickelzusätze).
bitter schmeckende pflanzliche Inhaltsstoffe, die eine appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung haben können. Intensiv bitter schmeckende Substanzen sind z. B. Chinin oder Koffein
große Gruppe von meist gelb gefärbten pflanzlichen Wirkstoffen, die ein großes Spektrum gesundheitsfördernder Wirkungen besitzen. Sie haben allgemein antientzündliche Effekte und können freie Radikale binden.
Substanzen pflanzlicher Herkunft, die Kollagen und Eiweiße binden können. Sie wirken zusammenziehend (gerbend), entzündungshemmend und austrocknend. Mit Gerbstoffen kann tierische Haut in Leder umgewandelt werden
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